# Tag 53 - Auspinkeln

children playing, lake of Zurich, Bellevue, Sächselüüteplatz, Fountain
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Tommetott und ich waren heute in der Stadt - viel Gelegenheit zum Experimentieren. Was sind unsere Erkenntnisse?

 

Zum einen fällt es mir vor allem in Gesellschaft noch sehr schwer, die EC Gewohnheiten aufrecht zu erhalten. Mein innerer Widerstand wird für mich zu echten Herausforderung. In der Öffentlichkeit EC zu praktizieren macht mir meine Komfortzone schnell bewusst. Daher übe ich jetzt mutig sein. Schritt für Schritt.

 

Heute sah das so aus: Kurzer Abstecher in das Kaufhaus um die Ecke (ich habe es gestern geschafft, unseren Bodenwischer zu schrotten - wenn das kein Zeichen ist...). Tommetott hat die ganze Zeit geschlafen, daher keine Gelegenheit für EC. Aber ich weiss, dass es in dem Geschäft ein Kunden-WC gibt und dort hätte ich ihn über die Toilette halten können.

 

Weiter im Programm: Kurz nach Hause und parat machen für den Weg in die Stadt. Der Kleine schläft. Andernfalls wäre das eine super Gelegenheit für einen EC Stop gewesen. Die EC Community empfiehlt, Kinder jeweils auf die Toilette zu setzen (oder zu schicken, wenn sie es schon selbst können), bevor man irgendwohin aufbricht und nachdem man dort angekommen ist. Erstens kann man dadurch schon eine gute Trefferquote erreichen, zweitens gewöhnen sich die Kinder auch an diesen Rhythmus und es entwickelt sich zum Ritual. Gut investierte Zeit!

 

Diese Taktik empfiehlt sich auch für Wippen, Babytragen oder Tragetücher - EC bevor man Baby hineinsetzt und sobald man es herausnimmt. Gilt auch für Autositze und Ähnliches.

 

12:10 Uhr: Ankunft am vereinbarten Treffpunkt. Tommetott schläft immernoch friedlich. Ich überlege ihn zu wecken, zu wickeln etc. und entscheide mich dagegen. Er hat etwas Schnupfen und braucht vermutlich den Schlaf. Ausflug auf die Metaebene: Da hat sich mein Ego eine kluge Ausrede einfallen lassen, die auch logisch klingt. Aber mein Bauchgefühl Tommetott zu wickeln, war richtig. Denn nachdem wir Essen geholt und uns draussen auf eine Bank gesetzt haben, beginnt er aufzuwachen und zu weinen. Ich weiss: er muss Pipi und braucht eine neue Windel. Gewickelt habe ich ihn, aber mit ihm auf das öffentiche WC zu verschwinden oder das EC Glas zu benutzen, habe ich mich nicht getraut. Schon wieder nicht! Ich ärgere mich über mich selbst. Das geht doch so schnell und geht auf Tommetotts Bedürfnisse ein.

 

Deshalb entscheide ich mich nach dem Mittagessen nicht nach Hause zu fahren (und dort im gewohnten Umfeld EC zu praktizieren -. darin sind wir recht gut geworden und haben kaum Malheure), sondern in der Stadt zu bleiben. Tommetott schläft wieder friedlich, aber so gegen 14 Uhr ist meine Chance: Hunger! An einer schönen Stelle mit Blick auf die Limmat stille ich Tommetott und biete ihm danach die Windel als WC an. Das bedeutet Windel aufmachen, Kind in Abhalteposition darüberhalten und Triggergeräusch machen ("Psssss"). Als nichts kam, probierte ich das EC Glas, aber auch ohne Erfolg. Das tolle Wetter lud ein zu einem Spaziergang am See - dort konnte ich Tommetott über die öffentliche Toilette halten. Mit Erfolg! War ich erleichtert! Auf dem Weg zum Bahnhof meldete sich meine EC Intuition: "er muss nochmal!". Vor dem Bahnhof Stadelhofen fand ich eine freie Bank. Schnell Kind ausziehen, Beine hoch und Glas in Position - Bingo! Zack, alles wieder eingepackt und das Glas beim nächsten Gulli entleert. Praktischerweise ist dort auch ein Brunnen zum Spülen.

Obwohl sich ein Mann neben uns gesetzt hatte, wette ich er hat nicht gemerkt, was wir tun. Und wenn doch? Es ist ja nichts Schlimmes, sondern etwas Gutes für Tommetott. Da bleiben wir dran!

 

Nun sind wir zu Hause und ich habe jede Gelegenheit genutzt, Tommetott über das WC zu halten. Und er hat sich jedes Mal "ausgepinkelt". Denn in die Windel macht er nur das Minimum, um Druck abzulassen. Die Restmenge hält er für das Abhalten zurück. Nun ab in die Trage (ja, ich habe ihn vorher abgehalten) und Filou von der Kita abholen.

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