# Tag 83 - Wenn alles schief geht und dann auch noch daneben

Unordentliche Krabbelecke mit viel Chaos
Ein bisschen Chaos muss sein...

Wow, ein guter Tag um über Timing zu sprechen! Wann ist ein guter Zeitpunkt für das Abhalten? Was kann zu Streik führen?
Das Bild sagt eigentlich schon alles... Heute ging so viel schief - da ist viel Lernpotential vorhanden.

 

Ich war entweder zu spät, so dass die Windel nass war, oder es ging genau in dem Moment los, als ich die Windel öffnete (bei Stuhlgang nenne ich das gerne Kackastrophe, hi hi). Brilliant auch diese Abfolge: Windel nass, abhalten - kommt nichts, neue Windel an, Windel nass. Aaaaargh! Auf einem anderen Blog las ich dazu "lächeln, wischen, waschen". Und das bringt mich wieder runter.

 

Das ist auch schon Teil der Lösung: Entspannen, runterfahren, durchatmen. Das Foto entstand um 14:57 Uhr und vorher hatte ich die Wahl: krampfhaft weiter machen (was ja den Rest des Tages so phänomenal geklappt hat, hüstel). Oder auf die Metaebene kommen, sich selbst nicht so ernst nehmen und über die Komik der Situation schmunzeln.

 

Praktisch gesehen gibt es zwei Alternativen: Backup oder Windel anziehen und wechseln, wechseln, wechseln. Oder wieder die Babylegs zum Einsatz bringen und Tommetott untenrum frei auf die Wickelunterlage legen. Dann muss ich nur die Mullwindelauflage austauschen, wenn etwas daneben geht...

Einen guten Zeitpunkt finden

Wie so oft im Leben ist gutes Timing elementar. Bei EC bedeutet das: den Biorhythmus nutzen.

 

Nach dem Aufwachen

Die Blase ist nach dem Aufwachen (wie bei uns Erwachsenen) bei den meisten Babys voll. Hält man sie ab, ist ein Treffer sehr wahrscheinlich. Die Krux liegt im "Aufwachen" an sich. Tagsüber strampelt Tommetott manchmal im Schlaf mit den Beinen, wenn er muss. Hebe ich ihn hoch, ziehe ihn aus und halte ihn ab, läuft es. Oder er schnuckelt und schmatzt an seinen Fingern. Dann ist es meist Zeit zum Stillen UND er muss Pipi. Lässt er sich aufs Asia-Töpfchen setzen, halte ich ihn ab. Protestiert er (und das ist dann sehr deutlich), wird erst gestillt, dann abgehalten und an der anderen Brust weiter gestillt.

 

Rund ums Stillen

Vor, während und nach der Nahrungsaufnahme dreht die Verdauung nochmal voll auf. Kommt oben was rein, geht unten etwas raus (Wikipedia: Gastrokolischer Reflex). Daher versuche ich, vor dem Stillen schnell abzuhalten. Dann bleibt er bis zum Wechsel der Brust oder sogar bis zum Ende des Stillens trocken. Ca. 5-10 Minuten nach Abschluss des Stillens kommt dann die zweite Fuhre. Danach ist meist für 30-45 Minuten Pipipause (wenn er wach ist). Wenn er schläft, kann er bis zu 3 Stunden tagsüber oder eine ganze Nacht trocken bleiben.

 

Bei der Standortänderung

Wenn ich Tommetott in wachem Zustand in den Kinderwagen lege, biete ich ihm vorher das Töpfchen an. Kommen wir am Ziel an, nehme ich ihn heraus und mache ich es wieder so. Also immer bevor oder nachdem er irgendwo drin war (wach), kann er sich erleichtern. Das gilt auch für Tragen, Wiegen, Autositze oder Ähnliches. Viele Babys signalisieren übrigens sehr deutlich, wenn sie in der Trage sind. Hochhüpfen, Beine durchdrücken, schreien? Das bedeutet nicht unbedingt, dass sie die Trage nicht mögen, sondern dass sie müssen...

 

Nach viel Bewegung

Mit fast drei Monaten hat Tommetott nun viel zu tun: Dinge von einer Hand in die andere geben, den Spielbogen betrachten, Beine strampeln, Kopf oder Popo heben üben... Das alles regt die Verdauung an (so wie Sport) und führt zu voller Blase oder Darm. Dementsprechend biete ich nach ca. 30 Minuten Babysport die Toilette an und meist kommt auch etwas. Babymassage zählt übrigens auch als Sport, daher müssen dann so viele Säuglinge ;)

 

Vor dem Einschlafen

Meistens gibt es drei Pipistopps bei uns: Nach dem Aufwachen, rund ums Stillen (oder in der Mitte der Wachphase) und vor dem Einschlafen. Denn wer kann schon mit voller Blase schlafen? Abends trampelt Tommetott mit den Beinen gegen das Bett, wenn er nochmal muss. Für mich manchmal eine echte Herausforderung - nach einem langen Tag bin ich einfach total k.o. Gebe mir innerlich immer einen Orden, wenn ich mich wieder hochraffe.

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