# Tag 216: Die dunkelsten Stunden

Erleuchtetes Fenster bei Vollmond

Nach drei ziemlich schlaflosen Nächten komme ich in den Genuss EC im Blindflug zu praktizieren. Denn wer ist schon zurechnungsfähig unter Schlafentzug? Gerade habe ich eine Kartoffel Banane genannt... Das zeigt, auf welchem geistigen Niveau ich unterwegs bin.

 

Das Gute ist, dass EC trotzdem funktioniert. Denn nun kann die Intuition übernehmen. Keine inneren Dialoge à la:

"Er muss bestimmt."

"Nein, muss er nicht."

"Doch ich bin ziemlich sicher. Geh mal schauen!"

"Mist, hattest recht."

"Siehste."

 

Sondern einfach agieren. Weniger Widerstand, mehr Handeln.

Was tun ohne Signale?

Und falls auch die Intuition sich verabschiedet, kann ich Tommetotts Rhythmen beachten (nach Zeit x, nach Aktivität y....). Oder auf generisches Timing setzen (bevor er in den Kinderwagen, nachdem er aus dem Kinderstuhl kommt...).

 

Denn Tommetotts Signale verändern sich oder bleiben ganz aus - typisch für Kinder zwischen sechs und zwölf Monaten. Sie sind einfach zu beschäftigt damit, die Welt zu erkunden und krabbeln zu lernen (oder einen anderen Weg der Fortbewegung).

 

Oh, und sie verweigern nun manchmal auch das Töpfchen oder die Toilette. Warum? Viiiiiiiiiiiiiiiel zu langweilig! Bloss rumsitzen und auf Pipi warten? Nix da! Daher habe ich zwei extra Spielzeuge nur für die WC-Pausen: einen Schneebesen mit Pingpong-Ball drin und einen runden Metallstreben-Ball mit Tischtennisball drin. Evergreens!

 

Noch dazu verändert sich der Speiseplan - Tommetott bekommt nun mindestens dreimal pro Tag feste Nahrung. Am liebsten etwas, dass er selbst in die Hand nehmen und essen kann (Baby led weaning). Dadurch wird seine Verdauung auch anders, mal träge, mal rasant (hallo Zucchini-Effekt!). Dadurch passiert es sogar, dass Kacki in die Windel geht (zumindest ein Teil). Da heisst es dranbleiben und auf den Prozess vertrauen - es wird sich wieder einpendeln, bis wir dann eines schönen Tages gar keine Windeln mehr brauchen.

Töpfchentraining vor dem Kindergarten

Mein Go-Diaper-Free-Coach-Kurs ist nun bei der Hälfte und ich habe schon sehr viel gelernt - spannend! Nun geht der Töpfchentraining Teil los und zeigt auf, wie wir Kindern aus den Windeln helfen können. Gestern erst traf ich erfahrene Spielgruppenleiterinnen, die sich fragen, warum so viele ältere Kinder noch in Windeln sind. Eigenständig auf Toilette gehen steht sogar in der Checkliste für den Kindergarteneintritt!

 

Ich glaube, dass viele Eltern nicht wissen, wie sie das angehen sollen. Genauso ging es mir nämlich auch. Der einzige Unterschied: Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, Filou mit 1,5-2 Jahren aus den Windeln rauszuhaben. Und dann recherchiert, wie das gehen kann (man könnte auch einfach die Windeln durch Unterhosen ersetzen, aber ich als Bücherwurm....).

 

Warum überhaupt die Recherche? Früher wurde solches Wissen innerhalb der Familie weitergegeben, aber heute hören wir ja eher die Warnung: "Warte, bis das Kind dafür bereit ist." Diese Bereitschaft ist ab Geburt gegeben (wie unter anderem dieser Blog zeigt), daher ist das wohl nur gutes Marketing. Es gibt im übrigen Studien, die belegen, dass eher zu spätes Töpfchentraining Probleme hervorruft (Bettnässen, Stuhl einbehalten etc.). Daher: lieber früher anfangen, als kurz vor dem Kindergarten (wenn auch entwicklungsmässig wieder ein Schub ansteht). Wer sich unsicher ist, kann ja in einen meiner Kurse kommen :)

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